Genesis 2.0

Am Anfang schuf Gott Himmel [Raum] und Erde [Masse, Energie]. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser und im Wasser entstand der Keim des Lebens und das Leben erwachte auf der Erde.

Und Gott sprach: Lasset uns den Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.

Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn. Denn er war nicht wie die Tiere, er war Gott ähnlich, nach Gottes Ebenbild: er war ein freier Geist ohne Körper, er war Mann und Frau zugleich. Der Mensch war unsterblich und im Wesen unschuldig und jenseits von gut und böse. In diesem Punkte ähnelte er den Tieren, denn auch diese sind unschuldig und jenseits von gut und böse.


Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Menschen: hat Gott wahrhaftig gesagt, ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach der Mensch zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten der zwei Bäume mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an! Da sprach die Schlange zum Menschen: Ihr werdet nicht des Todes sterben, aber Gott weiß, an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Und der Mensch konnte dieser ersten Versuchung nicht widerstehen und aß vom Baum der Erkenntnis und so erfuhr er nicht nur was Gut und Böse ist, sondern Gut und Böse wurde ein Teil von ihm und die Unschuld ward verloren.

Gott war zornig und verstieß den Menschen aus dem Paradies in dem er seinen Geist in den Körper eines Affen bannte, ein Teil des menschlichen Wesens in den Manne und den anderen in das Weib des Affen.

Zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, so dass du immer wieder Kinder gebären wirst.

Und zum Manne sprach er: Weil du gegessen hast von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen -, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden. Und dein Verlangen soll nach dem Weibe sein, so dass du immer wieder Kinder zeugen wirst, welche du auch ernähren musst.

So sprach Gott der Mensch ward zu Fleisch, die Seele gefangen im Körper eines Affen.
Doch Gott hatte Erbarmen und gab dem Menschen Hoffnung: Wenn der letzte dieses zum Mensch gewordenen Affen zu Erde geworden, wenn der Letzte dieses Affen vom Antlitz der Erde getilgt wurde - dann sollst du wieder frei sein und ins Paradies zurückkehren dürfen.

Von da an begann der Kampf des Menschen gegen den Menschen. Das Verlangen nach Leben war unbezwingbar und die Sehnsucht nach dem Paradies unendlich.

Der göttliche Geist des Menschen formte den Affen, so dass er sich abhob von den anderen Tieren der Erde und sich diese untertan machte. Der Affe mehrte sich milliardenfach und des Menschen Seele wurde immer mehr zerrissen und zerstreut. So entfernte sich der Mensch immer mehr vom Paradies. Der Affe will leben, doch der Mensch will frei sein um ins Paradies zurück zu kehren!

Der Geist des Menschen erkannte, dass er den Affen so nicht besiegen konnte und er griff zu einer List. Der Geist des Menschen weckte Bedürfnisse im Affen und er ward gierig und unersättlich. Durch seine Gier wollte er immer mehr haben, mehr besitzen, mehr essen, mehr sein.

So wurden bald die Tiere und Pflanzen Opfer seiner Gier. Danach in unzähligen Kriegen seine Brüder und Schwestern. Aber selbst so gelang es ihm nicht sein Antlitz von dieser Erde zu tilgen. Er ersann eine weitere List. Wenn der Mensch nicht den Affen bezwingen konnte, dann sollte es die Erde tun. Wenn es ihm gelingt das Wasser, die Erde und der Himmel zu vernichten, dann wird er auch den Affen besiegen und endlich heimkehren.

Und da ist er nun, der Mensch im Affen, arbeitet unermüdlich an seiner Zerstörung, hin- und her gerissen zwischen dem Leben und dem Wunsch, ins Paradies heim zu kehren.

Und das Paradies kommt näher, immer näher...