Wintertraum

PEGASUS - weiße Schwingen wehen Stürme!
Alleine sitze ich vor der Bühne. Ich bin ein Kind.
Ich möchte den Zauberer sehen und die Hexe und die Fee.
Ich warte, doch der Vorhang hebt sich nicht.

RAPPE - schwarze Pferde fliegen Raben!
Ich bin ein Erwachsener.
Ich stehe vor dem Felsen. Ich frage ihn nach der Antwort und er antwortet.
Seine Stimme ist der Wind, doch ich höre nur ein Rauschen;
denn mein Gehör ist das eines Menschen.
Eine Stimme stöhnt "...nimmer!"
Niemals werde ich verstehen die Worte der Steine, das Rauschen des Windes.


PHOENIX - tote Tauben stürzen stolz den Strom hinab.
Aus grauer Asche erheben sie sich mit neuen weißen Flügeln.
Ich weiß, daß ich träume und wache auf.
Vergebens suche ich die Wirklichkeit.
Ich öffne die Tür und werfe einen flüchtigen Blick nach draußen.
Vor der Tür ist Winter, immer noch...
und immer noch der gleiche Anblick: Menschen aus Eis bewegen sich
hastig und mit klirrenden Geräuschen auf der Straße auf und ab,
und die meisten zerbrechen, bevor der Frühling kommt.
Mit Bedauern schließe ich die Tür und blicke ins Zimmer.
Ich sehe nichts, es ist unbeleuchtet.
Irgendwo im Zimmer steht noch eine neue, ungebrauchte Kerze.
Ich brauche Feuer...
Doch Menschen aus Eis fürchten die Wärme, haben kein Feuer.

EINHORN - mir träumte von Dir
Laß mich erwachen, endlich erwachen,
doch eine Polarnacht ist lang, sehr sehr lang...